Antje Vollmer

Antje Vollmer

* 31.05.1943
† 15.03.2023
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Angelegt am 23.03.2023
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Neueste Einträge (5)

Gedenkkerze

Wolfgang Dzieran

Entzündet am 27.03.2023 um 11:36 Uhr

Auf Amrum haben wir so manche Kerze angezündet ...

Frieden gabst du schon, Frieden muss noch werden,
wie du ihn versprichst uns zum Wohl auf Erden.
Hilf, dass wir ihn tun, wo wir ihn erspähen,
die mit Tränen säen, werden in ihm ruh‘n.

 

Gedenkkerze

Elke

Entzündet am 25.03.2023 um 08:30 Uhr

Denn ER hat seinen Engeln befohlen über dir, dass sie dich behüten auf allen deinen Wegen.

Trauer um die aus OWL stammende frühere Bundestags-Vizepräsidentin Antje Vollmer

23.03.2023 um 14:33 Uhr von Westfalen-Blatt

Die frühere Bundestagsvizepräsidentin Antje Vollmer gehörte zu den Grünen-Politikerinnen, die weit über die Grenzen ihrer Partei hinaus geschätzt wurden. Mit einem gesunden Machtinstinkt ausgestattet, galt die aus OWL stammende Politikerin als Vermittlerin zwischen scheinbar unüberwindlich geltenden Positionen. Am Mittwoch ist sie mit 79 Jahren gestorben.

 

Sie sei im Kreise der Familie nach langer schwerer Krankheit friedlich gestorben, sagte ihr Sohn Johann Vollmer. Die promovierte Theologin war zwischen 1994 und 2005 Bundestagsabgeordnete ihrer Partei und Vizepräsidentin des Bundestags. Der Bundestag unterbrach am Donnerstag eine laufende Debatte für eine Schweigeminute.

 

„Sie war von Beginn an dabei und hat Vieles von dem durchgekämpft, wovon wir heute profitieren“, schrieb Vollmers Parteikollegin Katrin Göring-Eckardt auf Twitter. „Und sie hat ihren eigenen Kopf behalten, unbeugsam! Danke Antje.“ Göring-Eckhardt war 2005 als grüne Vizepräsidentin des Bundestags auf Vollmer gefolgt.

 

Auch die Politische Bundesgeschäftsführerin der Grünen, Emily Büning, erinnerte an Vollmer. „Meine Gedanken sind bei ihren Hinterbliebenen. Mein herzliches Beileid“, schrieb Büning.

 

Antje Vollmer wurde am 31. Mai 1943 in Lübbecke geboren und legte am dortigen Wittekind-Gymnasium ihr Abitur ab. In Berlin, Hamburg, Tübingen und Paris studierte sie Theologie und promovierte im Jahr 1973. Nach einem weiteren Studium der Erwachsenenbildung arbeitete sie unter anderem an der Evangelischen Heimvolkshochschule bei den Bodelschwinghschen Stiftungen Bethel.

 

Antje Vollmer betrat 1983 die politische Bühne. Damals zog sie für die ökologisch-kritische Initiative „Bauernblatt“ auf der offenen Liste der Grünen in den Bundestag ein. 1984 wurde sie in den ausschließlich aus Frauen bestehenden Fraktionsvorstand gewählt – die Partei hatte das „Feminat“ ausgerufen. Mit Waltraud Schoppe und Annemarie Borgmann bildete Vollmer eine gleichberechtigte Dreierspitze als Sprecherinnen. „Die weibliche 3er-Spitze war legendär“, schrieb Göring-Eckhart am Donnerstag auf Twitter. Bis zum vorübergehenden Ausscheiden der West-Grünen aus dem Bundestag Ende 1990 blieb Vollmer, mit Unterbrechungen, eine der Fraktionssprecherinnen.

 

Ab 1985 hatte sie sich zunehmend für den Dialog mit inhaftierten RAF-Häftlingen engagiert. Bei den Grünen gehörte Antje Vollmer zunächst eher zum linken Flügel und bemühte sich später mit dem von ihr 1988 initiierten „Grünen Aufbruch“, die Gräben zwischen „Realos“ und „Fundis“ zu überwinden. Unumstritten blieb Vollmer aber auch in der eigenen Partei nie. So wandte sie sich etwa gegen den deutsch-deutschen Einheitsvertrag, der ihrer Meinung nach die Einheit auf die „teuerste nur mögliche Weise“ herstellte. Zuletzt hatte sie sich öffentlich kritisch zum Kurs der Bundesregierung im Ukraine-Krieg geäußert.

 

Anfang der 1990er Jahre zog sich Vollmer aus der Parteipolitik für eine Zeit lang zurück. Sie arbeitete in einer Epilepsie-Klinik in Bethel und betätigte sich als Publizistin.

 

Bei der Bundestagswahl 1994 kehrte Vollmer über die hessische Landesliste ins Parlament zurück und wurde – sensationell mit Stimmen der Regierungskoalition, allerdings ohne die der SPD – als erste Grünen-Politikerin zur Vizepräsidentin des Bundestages gewählt.

 

Nachruf aus dem Westfalen-Blatt vom 17. März 2023

Gedenkkerze

www.westfalen-blatt.de

Entzündet am 23.03.2023 um 08:36 Uhr

Westfalen-Blatt

vom 23.03.2023