Harry Rieso

Harry Rieso

* 14.10.1933
† 22.06.2020
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Westfalen-Blatt

vom 01.08.2020

Der ehemalige Bürgermeister Harry Rieso ist im Alter von 86 Jahren verstorben

06.07.2020 um 10:08 Uhr von Westfalen-Blatt

Er war ein Hiddenhauser Urgestein, von 1989 bis 1998 das Oberhaupt der Großgemeinde: Harry Rieso. Am Montag ist der Sozialdemokrat im Alter von 86 Jahren nach langer, schwerer Krankheit verstorben.

1933 wurde Rieso im Ortsteil Hiddenhausen buchstäblich in die Politik hineingeboren. Sein Großvater war als Kommunist aktiv, 1948 zog die Mutter – der Vater war im Krieg gefallen – mit dem damals 15-jährigen Harry in das Haus der Amtsverwaltung Herford-Hiddenhausen. Ein Nachbar der Familie, der ehemalige Gewerkschaftssekretär Heinrich Becker, waltete hier als Amtsdirektor. „Er war mein politischer Ziehvater“, hat Rieso später einmal gesagt.

Die Atmosphäre des Hauses und die tägliche Teilhabe an Amtsgeschäften hätten früh sein Interesse an der Kommunalpolitik geweckt. 1955 trat Harry Rieso, der beim damaligen EMR Elektriker gelernt hatte und 46 Jahre bis zum Eintritt in den Ruhestand dort als Elektromeister beschäftigt war, in die SPD ein.

Von 1964 an bis zur kommunalen Neugliederung war er Mitglied des Rates der ehemaligen Gemeinde Hiddenhausen und des Amtes Herford-Hiddenhausen. 1969 zog er in den Rat ein. 1973 wurde er zudem in den Kreistag gewählt, wo er bis 1979 aktiv war. 1974 wurde er Vorsitzender des SPD-Gemeindeverbandes, von 1979 bis 1989 war er Fraktionsvorsitzender der SPD in der Gemeinde. In beiden Ämtern wurde er von Ulrich Ewering abgelöst. Der aktuelle Fraktionsvorsitzende erinnert sich gern an Rieso. „Er redete gern und viel, er diskutierte leidenschaftlich, war meinungsstark und hatte immer etwas zu sagen. Er konnte eine ganze Gesellschaft unterhalten, ernst aber auch launig. Und er hatte oft ein paar verblüffende Zaubertricks auf Lager“, erzählt Fraktionschef Ulrich Ewering. Rieso habe sich neben den kommunalpolitischen Themen auch immer in Sachen Städtepartnerschaften sehr engagiert.

Harry Rieso, Hiddenhauser mit Leib und Seele, der sich immer um die großen und kleinen Sorgen der Bürger kümmerte, war seit 1969 unter anderem im Haupt- und Finanzausschuss, im Planungs- und Bauausschuss, im Ausschuss für Wirtschaftsförderung, Landschafts- und Umweltschutz aktiv. 1988 übernahm Rieso das Bürgermeisteramt von Ewald Inderlieth (SPD). Er leitete die Geschicke seinerzeit mit Gemeindedirektor Klaus Korfsmeier. Als 1998 abzusehen war, dass sich die Gemeindeordnung ändern und es von 1999 an einen hauptamtlichen Bürgermeister geben würde, trat Rieso als Bürgermeister zurück und gab Korfsmeier als Bürgermeister bis zur Wahl 1999 die Chance, bekannter zu werden. „Ein Zeichen im Dienst der Partei“, würdigt Ulrich Ewering diesen Schritt. Bis 2004 war Rieso weiter Mitglied im Hiddenhauser Rat, anschließend zog er sich ganz aus der Politik zurück.

Nachruf aus dem Westfalen-Blatt (Ausgabe Herford) vom 24.06.2020

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