Heinz Wittenbrink

Heinz Wittenbrink

* 11.06.1922
† 30.10.2020 in Bad Vilbel
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Trauer um Heinz Wittenbrink

05.11.2020 um 14:28 Uhr von Westfalen-Blatt

 

Ehemaliger Leiter des Marianum ist im Alter von 98 Jahren gestorben

 

Im Alter von 98 Jahren ist am vergangenen Freitag Heinz Wittenbrink gestorben. Der Oberstudiendirektor war von 1972 bis 1984 Leiter des Gymnasiums Marianum und in Warburg zudem im Museumsverein aktiv. Seinen Lebensabend hat er seit 2007 in Bad Vilbel verbracht.

 

Heinz Wittenbrink wurde 1922 in Gelsenkirchen als ältester Sohn einer Bergarbeiterfamilie geboren. Da er sich als Messdiener für die lateinische Sprache begeisterte, bekam er die Chance einer Schulausbildung auf einem Internat des Franziskanerordens. 1939 legte er unter dramatischen politischen Umständen das Abitur ab.

 

1940 begann er in Paderborn das Studium der Theologie, wurde aber ein Jahr darauf zum Kriegsdienst eingezogen. Ab 1946 studierte er in Münster Theologie und Latein für das Lehramt. Dort lernte er auch seine Frau kennen, die ebenfalls Theologie studierte und mit der ihn eine über 60 Jahre lange glückliche Ehe verband.

 

Von 1954 bis 1972 war er als Gymnasiallehrer, ab 1961 auch als kultur- und bildungspolitisch engagierter Stadtverordneter in Mülheim an der Ruhr tätig. 1972 kam er nach Warburg und übernahm die Schulleiterstelle am Gymnasium Marianum. Zu seinen besonderen Aufgaben zählten die Neugestaltung der gymnasialen Oberstufe, die Einführung der Koedukation (von Mädchen und Jungen) und die Kooperation der Oberstufen von Hüffertgymnasium und Marianum.

 

Wichtige Anliegen waren ihm auch der Ausbau der Schulmitwirkung von Eltern und Schülern, die Wiedereinführung der Möglichkeit, Latein als erste Fremdsprache zu wählen, die Einführung des Faches Politik und die Förderung einer Theater-AG. In den Jahren 1974, 1978 und 1981 gehörte er zu den Organisatoren von drei großen Jubiläumsfesten des Gymnasium Marianum. 1984 trat er in den Ruhestand ein. Bei seiner Verabschiedung wurde seine „Intelligenz, Gelassenheit und geistvoller Humor“ gelobt und er wurde als „liebenswürdiger, grundehrlicher, schlagfertiger und engagierter Pädagoge charakterisiert.

 

Nach dem Eintritt in den Ruhestand 1984 engagierte er sich ehrenamtlich im Warburger Museumsverein. Er arbeitete an der Entwicklung der Museumskonzeption und Ausstellungseinheiten zur Stadtgeschichte mit. Besonders am Herzen lag ihm das Gedenken an den in Warburg aufgewachsenen Widerstandskämpfer Josef Wirmer. Mit dessen Familie stand Wittenbrink bis zuletzt in Verbindung.

 

Seinen Lebensabend verbrachte er seit 2007 in der Nähe der Familie seiner Tochter in Bad Vilbel. Er blieb der Stadt Warburg und seinem Warburger Freundeskreis weiterhin eng verbunden.

 

Nachruf aus dem Westfalen-Blatt (Ausgabe Warburg) vom 3. November 2020

Gedenkkerze

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Entzündet am 04.11.2020 um 08:30 Uhr

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vom 04.11.2020