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Über den Trauerfall (1)
Hier finden Sie ganz besondere Erinnerungen an Alexander Scheck, wie z.B. Bilder von schönen Momenten, die Trauerrede oder die Lebensgeschichte.
Nachruf Neue Westfälische
02.04.2013 um 13:06 Uhr von NW / WB
Alexander Scheck starb mit 67 Jahren
Siedler auf der Giftmülldeponie Brake
Bielefeld/Herford (Gün/toha). Der langjährige Leiter der Gesamtschule Friedenstal in Herford, Alexander Scheck, ist tot. Der Pädagoge, der stets Klartext sprach, starb am Sonntag in Bielefeld. Scheck war Gesamtschul-Pädagoge mit Leib und Seele, war aber auch unbequemer Mahner und verlässlicher Freund. Vor fast 40 Jahren trat Scheck in den Schuldienst ein, war zuvor im Polizeidienst tätig.
Im Januar 2011 trat Scheck in den Ruhestand. Zu diesem Zeitpunkt hatte er längst seine pädagogischen Duftmarken gesetzt. Der Sohn einer Familie, die bis 1945 im heutigen Tschechien lebte, kam im Oktober 1945 im Erzgebirge zur Welt, seine Familie zog von dort nach Sachsen-Anhalt weiter, später dann nach Lippe.
In Bielefeld wurde Scheck am 20. September 1983 als einer der vier Sprecher bekannt, die gegen die Giftmülldeponie Brake protestierten und es schafften, dass die Stadt Bielefeld auf massiven öffentlichen und politischen Druck 100 Siedler entschädigte und ihnen Alternativgrundstücke anbot.
„Uns dämmerte damals“, sagte Scheck später, „dass wir unser Glück auf Unland gebaut hatten.“ Für die Siedler wurde Brake zum Alptraum, für die Stadt zum größten Skandal ihrer Geschichte. Der Geographielehrer war Hobbygeologe und konnte sich zusammen mit einem zweiten Schulleiter, der gute Kontakte in die SPD hatte, und zwei Juristen gegen die Stadt durchsetzen, die zunächste jede Schuld bestritt.
Die Kommune hatte aber das Gelände als Giftmülldeponie für die Abwasser aus der Metallindustrie genutzt und durch eine Bebauungsplanänderung im Jahr 1976 dafür gesorgt, dass auf dem Gelände 28 Einfamilienhäuser errichtet wurden. Die Siedler saßen auf Tausenden Kubikmetern giftiger Schlämme und Abwässer: Zink, Kupfer, Cadmium und krebserregendes PCB. 1984/85 wurden die Häuser abgerissen und 1991 die Deponie eingekapselt. Kosten für die Stadt: rund 50 Millionen Mark. Scheck war mit seiner Familie nach Dornberg gezogen.
Er wird im Familienkreis beigesetzt.