Franz-Josef Antpöhler

Franz-Josef Antpöhler

* 30.07.1951
† 04.04.2019
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Gastwirt Franz-Josef Antpöhler ist im Alter von 67 Jahren gestorben

09.04.2019 um 09:29 Uhr von Westfalen-Blatt

Er war ein Original in Stukenbrock: Franz-Josef Antpöhler, besser bekannt als der »Kuhkämper«, ist am Donnerstagabend im Alter von 67 Jahren gestorben.
Franz-Josef Antpöhler ist das Urgestein eines Gastwirtes gewesen. Er wurde nicht nur nach dem Gasthof zum Kuhkamp benannt, er sprühte vor Witz. Er konnte Spaß vertragen, selbst wenn es um seine Leibesfülle ging. Dazu stand er. »Ich bin eckig und kantig und habe noch nie jemandem nach dem Mund geredet«, sagte Franz-Josef Antpöhler im Mai 2008, als der Gasthof an der Römerstraße seit 100 Jahren im Besitz seiner Familie war. Er hatte immer ein offenes Ohr für Menschen, ob in der Ortsgemeinschaft Stukenbrock, hinter dem Tresen, im Pfarrgemeinderat oder als sachkundiger Bürger im politischen Ausschuss.
Vom Inhaber geführte Gaststätten sind selten geworden – das hat Franz-Josef Antpöhler bedauert. Er erzählte gern, wie er als Zehnjähriger noch das Bier für 35 Pfennige und den Schnaps für 20 Pfennige verkauft habe. Deshalb fühlte er sich als Wirt als Original – und seine Kundschaft liebte das.
Der Hof mit Gaststätte war ab 1812 schon Ortszentrum mit alter Kapelle und im Besitz seiner Vorfahren, die zur Pfarrei Oerlinghausen gehörte. Die Römerstraße, damals Remmelstraße, war die Durchgangsstraße nach Lippe. Den Namen hat die Straße nach den Geräuschen erhalten, die die eisenbeschlagenen Räder der Pferdefuhrwerke auf der Straße machte. Die heutige Augustdorfer Straße war damals ein Sandweg.
Die Gegend wird heute noch auf Stadtplänen als Senne-Sieweke bezeichnet. Rundherum Weideland – der Kamp. Und darauf weideten Kühe. So entstand der Name »Kuhkamp«. 1908 existierte der Name schon, als Karl Antpöhler die Witwe Elisabeth Brink heiratete und so der Name Antpöhler in den Kuhkamp kam. 1950 übergab Karl Antpöhler seinem Sohn Franz den Betrieb, 1974 stieg Franz-Josef Antpöhler ein. Seit 1984 führte er die Gaststätte mit seiner Frau Evelyn, einer gelernten Köchin.
Schon in den 1920er-Jahren gab es eine Freiluft-Kegelbahn an der Gaststätte, die 1928 zur Wetterseite geschlossen, 1975 völlig neu gebaut wurde. 1955 wurde auch die Gaststätte umgebaut. Sie ist beliebt wegen ihrer gut bürgerlichen Küche und der Menüs zu Festlichkeiten. 1966 haben die Antpöhlers die Landwirtschaft aufgegeben, die Flächen verpachtet. Nur eine kleine Schweinemast wurde beibehalten. Der Kuhkämper machte in seiner Wursteküche Leber-, Blutwurst, Kochmett, Sülze und luftgetrockneten oder geräucherten Schinken selbst.
Franz-Josef Antpöhler lag immer das Wohl Stukenbrocks am Herzen. Beim Kleinen Kirchweihfest der Brinkkapelle hat er zusammen mit Heinrich Sander und Wilfried Brockschmidt die Idee der Ortsgemeinschaft Stukenbrock geboren, die 2001 gegründet wurde. Antpöhler war Gründungsmitglied, von Beginn an stellvertretender Vorsitzender, seit 2016 Vorsitzender der Ortsgemeinschaft Stukenbrock, die sich um die Verschönerung Stukenbrocks kümmert, den Stukenbrocker Frühling mit Maibaumfest und den Stukenbrocker Weihnachtsmarkt ausrichtet. Franz-Josef Antpöhler hinterlässt seine Frau Evelyn, Tochter Astrid und Enkel Fritz, der der »Sonnenschein« für den Großvater war.

 

Nachruf aus dem Westfalen-Blatt (Ausgabe Schloß Holte-Stukenbrock) vom 08.04.2019

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vom 09.04.2019