Heinz Gellhaus

Heinz Gellhaus

* 14.07.1925
† 14.07.2022
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Er hat Steinheim geprägt

21.07.2022 um 10:55 Uhr von Westfalen-Blatt

Heinz Gellhaus hat „seiner“ Stadt Steinheim als Beamter wertvolle Dienste geleistet. Mehrere Jahrzehnte war er auch Stadtarchivar und die Chronik der Stadt trug seine unverkennbare Handschrift. Jetzt ist der frühere Oberverwaltungsrat, Kämmerer und stellvertretende Stadtdirektor gestorben, genau am Tag seines 97. Geburtstages.

 

Sein 50-jähriges Berufsleben stand ganz im Dienst der Öffentlichkeit. Mit Beginn seiner Verwaltungslehre 1940 bis zum Eintritt in den Ruhestand 1990 war der Verstorbene bei der Stadt Steinheim beschäftigt. Er hat das Verwaltungswesen „von der Pike auf“ gelernt und sich ständig weiterqualifiziert. 1965 erfolgte die Bestellung zum Kämmerer, 1968 die Ernennung zum Leiter des Hauptamtes. 1970 übernahm er die Funktion des allgemeinen Vertreters des Stadtdirektors.

 

Über seine berufliche Tätigkeit hinaus habe man Gellhaus viel zu verdanken, sagte der Heimatvereinsvorsitzende Erhard Potrawa über dessen Zuverlässigkeit und Einsatzfreude. Sein fundiertes Wissen hat er regelmäßig in die jährlichen Schriftenreihe des Steinheimer Kalenders einfließen lassen. Die Verdienste von Gellhaus würdigte auch der langjährige Stadtheimatpfleger Johannes Waldhoff. Angefangen hat die Arbeit nach dem Zweiten Weltkrieg. Von 1945 bis 1962 hat der Verstorbene die Stadtchronik rekonstruiert, die er bis 2012 fortgeführt hat. „67 Jahre lang trug Steinheims Stadtchronik seine Handschrift, denn er liebte die Stadt und war mit jeder Fase seines Herzens Steinheimer.“

 

Um diese Arbeit überhaupt zu würdigen, sei es wichtig, in die Geschichte einzutauchen. 1817 hatte ein Königliches Dekret angeordnet, dass jede Gemeinde im Königreich Preußen eine Chronik anzulegen hat – rückwärts beginnend ab dem Jahr 1800. Mit Ausnahme von Grevenhagen, das damals noch zu Lippe gehörte, führten alle Gemeinden fortan eine Chronik, bis auf Steinheim. Das machte die Archivartätigkeit von Heinz Gellhaus besonders wertvoll. Waldhoff zu seinem 85. Geburtstag: „Ohne das jahrzehntelange Wirken von Gellhaus, bei dem sich gutes preußisches Beamtentum mit weitsichtiger Aufgeschlossenheit verband, wäre die Stadt ärmer.“

 

Drei Beispiele sprechen für die Weitsicht von Heinz Gellhaus, weil er die Arbeit der Verwaltung mit der des Heimatfreundes in Einklang brachte. Die Umgestaltung des Steinheimer Friedhofs, der mit seinen historischen Elementen in eine Parklandschaft mit natürlicher Leichtigkeit umgestaltet wurde, bekam Vorbildfunktion für ganz Deutschland. Daneben ließ er im Stadtgebiet neue Bäume pflanzen, 350 alleine in der Innenstadt. Außerdem setzte er sich für eine Baumsatzung ein. „Er kämpfte praktisch um jeden Baum und ließ sich auch nicht von Anfeindungen davon abbringen,“ so Waldhoff.

 

Der Initiative von Gellhaus war es zu verdanken, dass das Stadtarchiv wieder aufgearbeitet wurde. Die Akten und Unterlagen, die im Rathaus auf einem zwei Meter hohen Haufen lagen, wurden gereinigt, registriert und in Kartons und Regalen untergebracht, so dass erst eine effektive Heimatarbeit möglich wurde. „Seine eigenen Forschungsarbeiten zur Stadtgeschichte, sein Einsatz für den Rochustag, die Patenstation Kalemie sowie die jahrzehntelange Betreuung der emigrierten Steinheimer Juden, führte Waldhoff als weitere Verdienste an. Auch für die Vernetzung sorgte er 1964 durch die Gründung des Kuratoriums heimatliches Kulturgut, Der Heimatverein ernannte ihn in Anerkennung großer Verdienste zum Ehrenmitglied

Nachruf aus dem Westfalen-Blatt (Ausgabe Höxter) vom 20. Juli 2022

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vom 21.07.2022

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