Rainer Grotjohann

Rainer Grotjohann

* 17.09.1953
† 16.01.2021 in Bünde
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Angelegt am 23.01.2021
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Kondolenz

Eine leider nur kurze Wegbegleitung

31.01.2021 um 04:35 Uhr von Heike Holz

Liebe Gudrun und Familie, ich habe heute ganz intensiv an Euch denken müssen. 

Ich konnte Rainer zwar seinen Leben nicht mehr Tage schenken. Aber vielleicht einigen Tagen ein klein wenig Leben.

Es war mir eine Ehre.

Ich bleibe in Verbindung mit dir Gudrun!

Gedenkkerze

Heike Holz

Entzündet am 30.01.2021 um 15:23 Uhr

Musik tut gut und verbindet!

Gedenkkerze

Anita

Entzündet am 25.01.2021 um 14:14 Uhr

15 Jahre haben wir zusammengearbeitet!

Im März 2020 haben wir uns noch gesehen und Du hast zu mir gesagt, wenn alles wieder gut ist gehen wir einen zusammen trinken......

...leider sollte es nicht sein! 

Mein Mitgefühl gilt Deiner lieben Frau und Deiner Familie! Als Kollege und Freund bleibst Du unvergessen!...Anita

Verein trauert um Ehrenvorsitzenden

25.01.2021 um 14:04 Uhr von Westfalen-Blatt

Auch der Förderverein Universum trauert um seinen Ehrenvorsitzenden Rainer Grotjohann. „Die Erfolgsgeschichte des Bünder Universums vom 1924 erbauten historischen Kino bis zum heutigen modernen und charmanten Kulturzentrum ist eng mit der Person Rainer Grotjohann verbunden“, teilt Vereinschef Christian Kowalewsky mit.

Der Förderverein, dessen Gründungsmitglied Rainer Grotjohann war, wählte ihn im Jahr 2000 zu seinem Vorsitzenden. Im August 2001 öffnete das Universum dann nach langer Bauzeit seine Türen für das Publikum. „In den Jahren zuvor half Rainer Grotjohann durch massiven ehrenamtlichen Einsatz, dieses Ziel zu erreichen. Dies gelang durch die Organisation von Benefizkonzerten, Spenden und Fördergeldern. Rainer Grotjohann hat aber auch handfest mit angepackt, wenn es darum ging, Kinositze einzulagern oder Gastromöbel heranzuschaffen“, so Christian Kowalewsky.

In den folgenden Jahren habe Rainer Grotjohann stets souverän den Förderverein und das Universum in der Öffentlichkeit präsentiert. „Seine vielen Kontakte und ausführliche Gespräche halfen, unser Universum zu einem Leuchtturmprojekt im Kulturbereich, auch über Ostwestfalen hinaus, werden zu lassen“, so der Vereinsvorsitzende.

Und weiter: „Der Kinobetrieb im Universum lag Rainer Grotjohann besonders am Herzen. Ihm gelang es, durch sein beharrliches Engagement die Zukunft des Kinos immer wieder zu sichern. So konnte dank seines Einsatzes 2014 der Umstieg von der alten Kinotechnik auf eine moderne digitale Vorführanlage gemeistert und finanziert werden.“

Die Mitglieder des Vorstands erinnern sich gerne an viele produktive Sitzungen. Rainer Grotjohann hatte immer ein Lächeln im Gesicht und manchen knurrigen Kommentar zu den Fehlbarkeiten dieser Welt. 2016 wählte ihn die Mitgliederversammlung einstimmig zum Ehrenvorsitzenden des Fördervereins.

„Rainer Grotjohann ist, war und wird immer der „Mister Universum“ sein. Wir vermissen ihn und sprechen seiner Frau und seinen Kindern unser tief empfundenes Beileid aus“, betont Christian Kowalewsky abschließend.

Nachruf aus dem Westfalen-Blatt (Ausgabe Bünde) vom 25.01.2021

Er war ein Vollblutjournalist

25.01.2021 um 10:47 Uhr von Westfalen-Blatt

Er war ein Vollblut-Lokaljournalist für den Kreis Herford und ganz besonders für Bünde: Nach langer und schwerer Krankheit ist Rainer Grotjohann am Samstag, 16. Januar, im Alter von nur 67 Jahren verstorben. Er hat 36 Jahre für das WESTFALEN-BLATT gearbeitet – zuletzt als Leiter der Lokalredaktion in Bünde.

„Konferenz!“ – so schallte es jeden Morgen um 10 Uhr durch die Redaktionsräume, wenn Rainer Grotjohann mit einem großen Pott Kaffee in der Hand alle Kollegen zu sich ins Büro rief, um die Zeitung für den nächsten Tag zu planen. Auf seinem Schreibtisch türmten sich derweil Berge mit Notizen in seiner kryptischen Handschrift. Dazu klingelte das Telefon ununterbrochen. Immerhin recherchierte er an mehreren Geschichten gleichzeitig. Selten stand dabei schon morgens fest, was abends als Aufmachung die erste Bünder Lokalseite schmücken würde. Fest aber stand immer, dass er bis Redaktionsschluss nimmermüde telefoniert, sich informiert und kräftig in die Tasten gehauen hat, und zwar so, dass man es im Nachbarbüro noch hören konnte – bis die Aufmachung stand. Ging‘s um eine wichtige Angelegenheit, hat er nie auf die Uhr gesehen.

Rainer Grotjohann war politisch sehr gut vernetzt – vor allem in der Zigarrenstadt. Er bekam oft wichtige Insiderinformationen. Seine politische Berichterstattung war oft kritisch, ohne dabei verletzend zu wirken. Auch über die Politik hinaus hatte er sehr gute Kontakte, von denen die Redaktion noch nach dem Beginn seines Ruhestands am 30. September 2017 profitierte. Immer mal wieder griff Rainer Grotjohann zum Telefon und gab seinen „alten Kollegen“ einen Tipp. Egal ob es etwas politisch Hochbrisantes oder der kuriose Namensstreit bei einem Imbiss sein mochte: Auf seine Hinweise war immer Verlass, die gute Geschichte garantiert.

In seinen 36 Berufsjahren hat Rainer Grotjohann zahlreiche Volontäre ausgebildet, Jungredakteure unterstützt und weiter gefördert. Sein pointierter und rhetorisch ausgefeilter Schreibstil, seine markanten Kommentare und sein umfassendes kommunalpolitisches Verständnis ließen ihn dabei zu einem journalistischen Vorbild werden. Praktikanten konnte er mit seiner lockeren Art und seinen Sprüchen („Ein großes Bild ist schnell geschrieben“) für den Journalismus begeistern und sie so dauerhaft als freie Mitarbeiter für die Redaktion ins Team holen. Dabei musste er gar nicht so viel erklären: Er lebte einfach vor, was einen guten Lokaljournalisten ausmacht. Er schmiss den einen oder anderen auch mal ins kalte Wasser bei einem der ersten Termine, stand beim Schreiben dann aber gerne helfend zur Seite. Bis heute sind einige der Mitarbeiter, die er ausgebildet hat, noch an Bord und schreiben für den Bünder Lokalteil.

Trotz seiner herausragenden journalistischen Arbeit nahm sich Rainer Grotjohann selber nie allzu wichtig. Alle, die mit ihm zusammenarbeiten durften, wissen das. Gleichzeitig stand er immer hinter seinem Redaktionsteam – auch und gerade dann, wenn mal Probleme ins Haus standen. Eine seiner Stärken war, dass er niemandem böse sein konnte, selbst wenn im Redaktionsalltag mal etwas schiefging. Seine Bürotür war immer offen, wer ein Problem hatte, ging gerne zu ihm. „Das kriegen wir schon hin“, sagte er – und so war‘s auch.

Gerade wegen dieser Eigenschaften war auch mit dem Beginn seines Ruhestands der Kontakt zu seinen engsten Kollegen nie abgerissen. Regelmäßig – meist im Vier-Wochen-Rhythmus – gab es kleine gesellige Runden, in denen man sich austauschte, klönte und den „Ex-Chef“ über die neuesten Entwicklungen in Bünde auf dem Laufenden hielt. Für ihn sei es nicht selbstverständlich gewesen, dass er „immer noch so dazugehöre“, sagte Rainer Grotjohann einmal. Und doch war es genau das für sein „altes Team“.

Rainer Grotjohann wurde nicht nur von seinen direkten Kollegen sehr geschätzt. In Konferenzen hatte er gerne mal einen markigen Scherz parat. Sein Humor kam an. Und auch lauthals geflucht wurde da manchmal, das konnte er wie kaum ein anderer. Das gehörte eben dazu.

Nachbarredaktionen wussten, dass auf ihn Verlass ist, wenn es „brennt“. Ein Unfall in Enger kurz vor Feierabend, die Zeit bis zum Abmelden der Seiten wird knapp: Ein Anruf bei Rainer Grotjohann in Bünde und er sagte zur langjährigen Kollegin: „Fahr in Ruhe raus und kümmere dich. Ich les‘ deine Seiten Korrektur und mache den Rest hier gerade fertig.“

Seine Wahlheimat Bünde war Rainer Grotjohann schnell ans Herz gewachsen. So engagierte er sich praktisch von Beginn an für den Förderverein zum Erhalt des Filmtheaters Universum. Viele Jahre war er hier als Vorsitzender aktiv und durch diese Tätigkeit eng mit der Bünder Stadtkultur vernetzt. Bis zuletzt war er Ehrenvorsitzender des Vereins.

Und das waren Rainer Grotjohanns WB-Stationen: Nach seinem Volontariat begann er seine WB-Laufbahn am 1. Oktober 1981 als Redakteur in Lemgo bei der Lippischen Rundschau. Zum 1. November 1988 erfolgte der Wechsel als verantwortlicher Redakteur in die Redaktion Bünde. Seit dem 1. Juni 1995 war der gebürtige Vlothoer für die Redaktion Herford als stellvertretender Redaktionsleiter verantwortlich – er arbeitete eng mit dem damaligen Lokalchef Dieter Schneeberg zusammen. Zum 1. Januar 2005 ging es dann als Redaktionsleiter zurück in „seine“ Lokalredaktion Bünde.

Das WESTFALEN-BLATT trauert um Rainer Grotjohann und wird ihm ein ehrendes Andenken bewahren. Das aufrichtige Mitgefühl aller Kollegen gilt seiner Ehefrau und seinen beiden Söhnen.

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