Wilhelm Kuhne

Wilhelm Kuhne

* 10.09.1926
† 15.07.2019
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Trauer um Wilhelm Kuhne - Priester leitete 30 Jahre lang als Rektor die Landvolkshochschule Hardehausen

17.07.2019 um 11:37 Uhr von Westfalen-Blatt

Die Landvolkshochschule Hardehausen trauert um ihren ehemaligen Rektor. Dr. Wilhelm Kuhne ist am Montag im Alter von 92 Jahren im Sauerland gestorben. 30 Jahre lang hatte er die Bildungseinrichtung geleitet.

 

Wilhelm Kuhne, der in seinen letzten Lebensjahren in Niedersfeld lebte, übernahm 1962 die Landvolkshochschule, eine Bildungseinrichtung des Erzbistums. Er sorgte dafür, dass die Zahl der Lehrgangsteilnehmer stetig wuchs. 1960 gab es in Hardehausen pro Jahr noch 850 Seminarteilnehmer, 1977 bereits 5000. Die Umschulung von Landwirten aus Kleinbetrieben auf andere Berufe und Vorbereitungskurse auf Berufe in der Landwirtschaft wurden angeboten. Auch konnten in Hardehausen Schulabschlüsse nachgeholt werden. Vereinsvorstände, aber auch Gastwirte oder Polizeibeamte wurden geschult. Kuhne stellte den Kontakt zu zahlreichen Schützenvereinen und Bruderschaften her.

 

Wert legte Wilhelm Kuhne auch darauf, den Europa-Gedanken zu verfestigen. Studienreisen und Exkursionen bis nach Afrika, Asien und Amerika organisierte er. Sein Bestreben war es stets, den ländlichen Raum zu stärken und das Stadt-Land-Gefälle abzubauen. Zu diesem Zweck gründete er beispielsweise die »Hardehausener Galerie« und die »Hardehausener Gespräche« als Kultur- und Diskussionsreihen.

 

Zudem trat er als Autor wissenschaftlicher Schriften über das Hochstift Paderborn hervor und arbeitete die über 800-jährige Geschichte des Klosters Hardehausen auf.

 

Wilhelm Kuhne wuchs auf einem Bauernhof in Lünen auf. In Dortmund bestand er das Abitur. 1945 wurde er noch von der Wehrmacht eingezogen und gefangen genommen. Als er 1946 aus der französischen Kriegsgefangenschaft entlassen worden war, studierte er in Bonn Philosophie, katholische Theologie sowie Erziehungswissenschaften.

 

1952 wurde er im Paderborner Dom zum Priester geweiht und wirkte bis 1960 als Vikar in Brilon und später in Heringhausen (Bestwig). Dann erfolgte die Ernennung zum Rektor der Katholischen Landvolkshochschule »Anton Heinen« in Hardehausen, die er 30 Jahre lang führte. Mit einer Arbeit über die Pädagogik Anton Heinens promovierte er 1981.

 

1992 verließ Wilhelm Kuhne Hardehausen und übernahm als Seelsorger die Grönebacher Pfarrgemeinde St. Lambertus. Von 1998 bis 2003 war er zudem Lehrbeauftragter an der Theologischen Fakultät Paderborn für das Fach Religiöse Volkskunde.

 

Kuhne wurden im Laufe seines Lebens zahlreiche kirchliche und weltliche Ehrungen zuteil. Geistlicher Rat (1969), Päpstlicher Ehrenkaplan (1974), Bundesverdienstkreuz am Bande (1979), Andreas-Hermes-Plakette des Deutschen Bauernverbandes (1993), Ehrenbürger der Abtei Hardehausen (1993), Ehrenmedaille der Stadt Winterberg (2008), Kunstpreis des Kunstvereins Lünen (2010), Ehrenschild des Kreisschützenbundes Brilon (2011).Am 25. März 2012 feierte Wilhelm Kuhne im Alter von 85 Jahren in der Kirchengemeinde St. Lambertus in Grönebach sein Diamantenes Priesterjubiläum.

 

Nachruf aus dem Westfalen-Blatt (Ausgabe Warburg) vom 17.07.2019

 

 

Gedenkkerze

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Entzündet am 17.07.2019 um 08:22 Uhr

Westfalen-Blatt

vom 17.07.2019