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Renate Nixdorf

geb. Ring
* 04.09.1935
† 02.07.2022
Erstellt von Westfalen-Blatt Westfalen-Blatt
Angelegt am 11.07.2022
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Über den Trauerfall (5)

Hier finden Sie ganz besondere Erinnerungen an Renate Nixdorf, wie z.B. Bilder von schönen Momenten, die Trauerrede oder die Lebensgeschichte.

Trauer um Renate Nixdorf

11.07.2022 um 09:53 Uhr von Westfalen-Blatt

Renate Nixdorf ist im Alter von 86 Jahren gestorben. Sie war weit mehr als nur die Frau an der Seite des Paderborner Computerpioniers Heinz Nixdorf. Für ihre Verdienste um die Region Paderborn hatte Renate Nixdorf 2001 das Bundesverdienstkreuz am Bande erhalten. Sie unterstützte die Universität, Krankenhäuser und den Breitensport. Nach dem Tod ihres Mannes 1986 führte Renate Nixdorf dessen Lebenswerk weiter.

Nachruf aus dem Westfalen-Blatt vom 9. Juli 2022

Heinz und Renate Nixdorf bei einem Empfang in Bonn zu Ehren von US-Präsident Ronald Reagan 1985. Renate Nixdorf schüttelt gerade Bundespräsident Richard von Weizsäcker die Han

11.07.2022 um 09:46 Uhr von Westfalen-Blatt
Foto Heinz und Renate Nixdorf bei einem Empfang in Bonn zu Ehren von US-Präsident Ronald Reagan 1985. Renate Nixdorf schüttelt gerade Bundespräsident Richard von Weizsäcker die Han für Renate Nixdorf

11.07.2022 um 09:43 Uhr von Westfalen-Blatt
Foto 3 für Renate Nixdorf

Drei Generationen Nixdorf: Renate Nixdorf (von links), Heinz Nixdorf, dessen Mutter Änne Nixdorf und Martin Nixdorf. Das Foto entstand am 20. Januar 1984 anlässlich der Verleihung der Ludwig-Erhard-Medaille an Heinz Nixdorf.Fotos: HNF-Archi

11.07.2022 um 09:42 Uhr von Westfalen-Blatt
Foto Drei Generationen Nixdorf: Renate Nixdorf (von links), Heinz Nixdorf, dessen Mutter Änne Nixdorf und Martin Nixdorf. Das Foto entstand am 20. Januar 1984 anlässlich der Verleihung der Ludwig-Erhard-Medaille an Heinz Nixdorf.Fotos: HNF-Archi für Renate Nixdorf

Paderborns Wohltäterin

11.07.2022 um 09:41 Uhr von Westfalen-Blatt

Nicht nur ihr Mann Heinz hat in Paderborn zahlreiche Spuren hinterlassen. Renate Nixdorf war ein sozial sehr engagierter Mensch und wurde über die Stadt hinaus geschätzt. Im Schatten des Computerpioniers zu stehen, machte ihr nichts aus, aber zu sagen, sie habe ihm lediglich den Rücken freigehalten, wäre falsch. Renate Nixdorf hat weit mehr geleistet, jetzt ist sie im Alter von 86 Jahren gestorben.

Verantwortungsbewusstsein habe ihre Mutter ausgezeichnet, sagte ihr Sohn Martin dem WESTFÄLISCHEN VOLKSBLATT. Verantwortungsbewusstsein gegenüber der Familie, gegenüber dem Lebenswerk ihres Mannes, gegenüber den Mitarbeitern der Nixdorf Computer AG und gegenüber der Region.

Sichtbarer Ausdruck der Verdienste war im Juli 2001 die Verleihung des Bundesverdienstordens am Bande. In der Begründung heißt es, Renate Nixdorf habe nach dem Tod ihres Mannes dessen richtungsweisende Ideen mit großem Engagement weitergeführt. Durch das spätere Heinz-Nixdorf-Institut und das Sportmedizinische Institut habe die Universität an Profil und Qualität gewonnen.

Der Dortmunderin sei Paderborn zur Herzenssache geworden, sagte Martin Nixdorf. Sie habe die Universität unterstützt, Krankenhäuser, den Sport. So wie ihr Mann habe sie den Wettbewerb geliebt, er beim Segeln, sei beim Tennis. „Sie hat erst spät mit Tennis angefangen und ist trotzdem Kreismeisterin geworden“, erinnert sich ihr Sohn.

Die Liebe zum Sport war, abgesehen von Fußball, allumfassend und galt auch dem Pferdesport. „Es gab kein Turnier, wo Frau Nixdorf nicht da war“, erzählt der Vorsitzende des Reit- und Fahrvereins Hövelhof, Heinrich Kückmann. Sie habe den Verein ideell und finanziell unterstützt, „und an Weihnachten habe ich einen Strauß Blumen gebracht und mit ihr über Pferdesport geplaudert“. Der Respekt vor der Familie zeigt sich auch darin, dass bei Turnieren des Reit- und Fahrvereins Hövelhof der Heinz-Nixdorf-Gedächtnispreis vergeben wird.

Der Geschäftsführer des Ahorn-Sportparks, Ralf Pahlsmeier, sagte, Renate Nixdorf sei immer eine verlässliche und interessierte Ansprechpartnerin für die Belange des Sportparks und der Sportvereine gewesen: „Dabei hat sie das ehrenamtliche Engagement stets gefördert und unterstützt. Unter ihrer Schirmherrschaft wurde 1999 erstmalig das Goldene Ahornblatt für Menschen verliehen, die sich langjährig um den Ahorn-Sportpark sowie den Sport im Ahorn-Sportpark verdient gemacht haben.“

Heinz Nixdorf hatte den Ahorn-Sportpark auf den Weg gebracht und im Oktober 1983 Richtfest gefeiert. Seine Renate, die damals Ring mit Nachnamen hieß, hatte der Unternehmer 1958 bei einem Besuch der Harpener Bergbau AG in Dortmund kennengelernt. Sie arbeitete als Datentypistin in der Lochkartenabteilung mit dem von Nixdorf entwickelten Elektronenmultiplizierer. Zwei Jahre später läuteten die Hochzeitsglocken. Renate Nixdorf brachte drei Söhne zur Welt: Martin, Michael und Matthias. Michael musste sie noch zu Lebzeiten zu Grabe tragen. „Das hat sie sehr getroffen“, erinnert sich Martin Nixdorf. Seine Mutter habe dafür gesorgt, dass sich der Vater trotz des immensen Arbeitspensums Zeit für seine Kinder nahm: „Ich kannte es nicht anders, dass er stapelweise Arbeit mit nach Hause gebracht hat.“ So wie Heinz Nixdorf habe auch Renate Nixdorf auf Fleiß großen Wert gelegt: „Wenn man den mal nicht an den Tag legte, gab es gleich Kritik.“

Renate Nixdorf schätzte die Kunst, mochte Künstler wie Max Beckmann und Lyonel Feininger. Auch das Diözesanmuseum hat der gläubigen Frau einiges zu verdanken: Sie setzte sich für den Erhalt und die Restaurierung gefährdeter Kunstwerke aus der Sammlung ein. Natürlich blickte sie nicht nur aufs Mittelalter zurück, sondern auch in die Zukunft der Informationstechnik und eröffnete im Heinz-Nixdorf-Museumsforum neue Ausstellungsbereiche. Nach dem Tod ihres Mannes 1986 führte sie dessen Lebenswerk weiter und übernahm repräsentative Aufgaben. Sie lernte die Spitzen der Politik kennen, so 1985, noch zusammen mit ihrem Mann, Bundespräsident Richard von Weizsäcker beim Empfang zu Ehren von US-Präsident Ronald Reagan in Bonn.

Natürlich kannte Renate Nixdorf auch die Paderborner Prominenz und hinterließ bei ihr einen bleibenden Eindruck. „Ich habe sie sehr geschätzt“, sagte der ehemalige Stadtdirektor Wilhelm Ferlings dieser Zeitung: „Renate Nixdorf war eine zurückhaltende, aber sehr angenehme, liebevolle Frau, sehr verlässlich und eine angenehme Gesprächspartnerin.“ Den Namen Nixdorf habe sie nicht vor sich hergetragen, aber viel für den guten Klang getan. Renate Nixdorf habe es verstanden, sich zurückzuziehen und trotzdem immer da zu sein. „Sie hat viel für andere Menschen getan“, würdigte Ferlings das soziale Engagement der Verstorbenen.

Nachruf aus dem Westfälischen Volksblatt vom 9. Juli 2022